Jiří Sedlo

ÚKZÚZ (Zentralinstitut für Aufsicht und Prüfung in der Landwirtschaft), insbesondere der Direktor der Abteilung Pflanzenbau DI Jiří Urban, organisierte am 16. 8. 2021 eine Tagung über die PIWI-Rebsorten in der Tschechischen Republik mit anschließender Verkostung, zu der er über dreißig Interessierte einlud. An dem Treffen und der Verkostung nahmen auch Winzer teil, die ihre eigenen PIWI Weinproben vorstellten. Die meisten der vorgestellten Proben stammten aus dem Keller des ÚKZÚZ und von der Firma Vinselekt Michlovský. Eingeleitet wurde das Treffen durch einen Vortrag von Doz. Dr. Miloš Michlovský, dr. h. c., der die jüngste Geschichte, die Gegenwart und die mögliche Zukunft der Züchtung von PIWI-Sorten vorstellte, die früher im Unternehmen Resistant Velké Bílovice und später in Vinselekt Michlovský stattfand.

Der Fachvortrag war für die Teilnehmer sehr interessant und die Diskussion über die Zukunft der interspezifischen Rebsorten in der Tschechischen Republik war sehr rege. Aktive Teilnehmer waren u.a. Dr. Václav Hlaváček, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer der Tschechischen Republik und Vorsitzender der Landwirtschaftskammer Südmähren, sowie Vorsitzender des Aufsichtsrates des Weinbauverbandes der Tschechischen Republik, Mitglied des Vorstandes von PIWI International und Vorsitzender von PIWI CZ DI František Mádl, Vizepräsident von PIWI International Dr. Jiří Sedlo, Direktor der Höheren Weinbauschule Valtice DI Tomáš Javůrek, Prof. Dr. Pavel Pavloušek, vom Institut für Weinbau und Önologie der Mendel-Universität in Brünn, Direktor der Znovín Znojmo, A.G. DI Pavel Vajčner, emeritierter Direktor ÚKZÚZ Dr. Jaroslav Staňa, und viele andere. Insgesamt wurden etwa 40 Weinproben vorgestellt.

Nach einer längeren Diskussion kamen die Teilnehmer zu den folgenden Schlussfolgerungen:

  • Die Tschechische Republik hat eine lange Tradition in der Sortenzüchtung, deren Ursprünge noch auf den Begründer der Genetik G. J. Mendel zurück geht.
  • Für die weitere Entwicklung des Weinbaus in der Tschechischen Republik ist es notwendig, neue, bereits zugelassene Sorten, die resistenter gegen Pilzkrankheiten sind, zu unterstützen, vor allem durch die Förderung ihres Anbaus, aber auch durch den Verkauf der daraus gewonnenen Weine. Dies steht im Einklang mit den Zielen, die sich die EU für die Zukunft gesetzt hat. Bei konventionellen Sorten wird der CO2-Fußabdruck des Weins unabhängig von den Pestizidrückständen immer höher sein, und die Qualität des Bioweins nur mit den neuen PIWI-Sorten vergleichbar sein. Im Vergleich zu den meisten landwirtschaftlichen Kulturen sind die Reben dank widerstandsfähigerer Sorten bereit für die Ökologisierung, aber es ist notwendig, den Austausch einiger Sorten zu fördern. Der Anteil der PIWI-Sorten in den Weinbergen der Tschechischen Republik (4,1 %) ist einer der höchsten in Europa.

  • Die Unterstützung für PIWI-Sorten sollte als „Starthilfe“ in den ersten Jahren der neuen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der EU betrachtet werden. Sobald die Vorteile dieser neuen Sorten nachgewiesen sind und sich ihre Weine auf dem Markt etabliert haben, wird sie nicht mehr benötigt, weil die PIWI-Sorten dann wettbewerbsfähig sind.

  • Diese Unterstützung sollte im Rahmen der neuen GAP (Gemeinsamen Agrarpolitik der EU) auch für andere Kulturpflanzen eingeführt werden, und zwar außerhalb der Budgets der bestehenden GMO (Gemeinsame Marktorganisation EU), für einzelne landwirtschaftliche Produkte. Dies bedeutet, dass die Landwirte einen Anspruch auf Unterstützung nach klaren EU-weiten Regeln haben, außerhalb der GMO, aber innerhalb der GAP als Mehrkosten für die Einführung der neuen GAP, im Gegenzug für die Beschränkung der Landwirte auf den ökologischen Landbau.

Ministerium für Landwirtschaft sowie die Europäische Kommission und das Europäische Parlament sollten aufgefordert werden, diese Ziele so schnell wie möglich zu erreichen.

Weitere Informationan zu den PIWI Sorten: Ing. František Mádl, fmadl1917@gmail.com,

https://piwi-international.de/

Foto: Část účastníků jednání

PIWI degustace JS

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