Quelle:  Tagesschau – MITTENDRIN – Weinbau und Klimawandel

Stand: 22.09.2022 16:30 Uhr

Lange Dürreperioden, extreme Hitze und starke Regenfälle: Der Klimawandel und seine Folgen stellt die Winzer im Rheingau vor große Herausforderungen. Vor allem traditionelle Rebsorten leiden unter dem Extremwetter.

Von Jakob Schaumann, HR

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Riesling vor dem Aussterben retten

Die Hochschule Geisenheim forscht seit 2014 mit einem in dieser Form weltweit einzigartigen Projekt dazu, wie die Zukunft des Weinbaus aussehen könnte. Mit dem FACE-Experiment wagen die Forscher einen Blick in die atmosphärische Zukunft. Durch gezielte Zuführung von rund 20 Prozent Kohlenstoffdioxid wird die erwartete CO2-Konzentration von 2050 simuliert.

Zwei Sorten werden untersucht: der eher aus wärmeren Gefilden bekannte Cabernet Sauvignon und der für den Rheingau typische Riesling. „Natürlich interessiert uns, wie der Wein 2050 wird, aber vor allen Dingen: Wie reagiert die Pflanze?“, sagt Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule. Es gehe etwa um den Wasserverbrauch und die Struktur der Frucht, denn je kompakter eine Frucht sei, umso anfälliger sei sie für Fäulnis.

Schon heute zeigt sich, dass genau das für den Riesling zum Problem werden könnte. Die erhöhte CO2-Konzentration führt zu gesteigerter Photosynthese und stärkerem Beerenwachstum; dadurch werden die Rieslingreben kompakter und somit anfälliger für Schimmelbildung. Damit der Riesling im Rheingau nicht ausstirbt, züchtet die Hochschule Rieslingreben, die besser mit dem Klimawandel zurechtkommen und insgesamt ein lockereres Beerenwachstum haben.

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