Welche PilzWiderstandsfähige Rebsorten gibt es und wie schmeckt PIWI Wein?

Noch ist es ein Geheimtipp in der Weinwelt – doch immer mehr Weinenthusiasten entdecken und begeistern sich für die „Neuen Weine“.

Es gibt mittlerweile eine Vielzahl neuer Sorten, die sehr unterschiedliche Weine mit eigenem Charakter ergeben. Die Entdeckungsreise ist spannend und voller neuer Geschmackserlebnisse.

Wir haben hier eine kleine Übersicht mit Beschreibung und Speiseempfehlung der „neuen Sorten“ für Sie zusammengestellt. Viel Spaß bei der Entdeckungsreise!

8 Treffer



Muscat Bleu
Farbe:Rot
Kreuzung:Garnier 15/6 x Seve-Villard 20-347
Synonyme:Garnier 83/2, Aromato
Herkunft:Charles Garnier
Bezugsquellen:diverse Rebschulen

Sensorische Beschreibung
angenehm würziger Muskatgeschmack

Sortencharakteristik
Robuste pilzwiderstandsfähige Tafeltraube

Geschichte
Beliebte Tafeltraube in Europa, weit verbreitet als Zierrebe für Haus und Garten


Villaris
Farbe:Weiß
Kreuzung:Sirius x Vidal blanc
Herkunft:Julius Kühn-Institut, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, Siebeldingen, Deutschland

Sensorische Beschreibung
Die Weine erinnern vielfach in Geruch und Geschmack an weiße Burgunderweine mit mild ansprechender Säure; die frühe Reife liefert selbstständige Weine.

Sortencharakteristik
Burgundertyp mit mild ansprechender Säure

Geschichte
1984:Kreuzung 1990ff:Selektion und Prüfung in den Zuchtstufen 2000: Anmeldung zum Sortenschutz 2004: Erteilung des Sortenschutzes 2005: Anmeldung zur Sortenliste 2011: Eintragung in Sortenliste


Felicia
Farbe:Weiß
Kreuzung:Sirius x Vidal blanc
Herkunft:Julius Kühn-Institut, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, Siebeldingen, Deutschland

Sensorische Beschreibung
Bukett geprägt von blumigen Aromen, die in manchen Jahren mit einem dezenten, angenehmen Muskatton kombiniert sind; Wein mit harmonischer Säure; reift oft zu Spät- und Auslesequalität.

Sortencharakteristik
Große lockere Trauben mit mittelgroßen Beeren. Empfohlen auch als Tafeltraube wegen guter Geschmackseigenschaften der goldgelben Beeren.

Geschichte
1984:Kreuzung 1988ff:Selektion und Prüfung in den Zuchtstufen 2000: Anmeldung zum Sortenschutz 2004: Erteilung des Sortenschutzes 2015: Anmeldung zur Sortenliste


Sauvignac
Farbe:Weiß
Kreuzung:Sauvignon blanc x Riesling x Resistenzpartnern
Herkunft:V. Blattner, Soyhières, Schweiz

Sensorische Beschreibung
Diese Sorte lässt Spielraum für die sensorische Ausprägung im Wein. Je nach Reifegrad, Ausbaustil und Hefeeinsatz lehnt sich die Sorte an Riesling Aromen nach Aprikose und reifer Apfel oder zeigt das Bouquet von Limonen und dezenter schwarzer Johannisbeere der Scheurebe. Typisch ist eine stabile Säure, die sowohl über die Traubenreife am Stock als auch während der Flaschenreife lebendig bleibt. (Freytag)

Sortencharakteristik
Die Sorte ist für den Anbau auf einem breiten Boden- und Langenspektrum angelegt. Ihr mittlerer Wuchs ist vergleichbar mit Riesling, ebenso wie die gute Holzreife und Frostfestigkeit. Die Reifezeit beginnt etwa 10 Tage vor dem Riesling. Aufgrund der Säurestabilität und der dicken Beerenhaut kann das Erntefenster bis Ende Oktober ausgedehnt werden. Auch unter den Witterungsextremen der Schweiz zeigt die Sorte eine sehr gute Widerstandsfähigkeit gegen Peronospera und Oidium. Gegen Botrytis zeigt sich die Sorte aufgrund des aufgelockerten Stielgerüstes und der dicken Beerenhaut als sehr solide. Unsere Erfahrungen der letzten Jahren zeigen ab ca. 100°Oe eine gleichmäßige Infektion der Beerenhaut durch Botrytis mit Edelfäulepotential, ohne dass die Beeren aufplatzen. (Freytag)

Geschichte
Als Vorreiter der sogenannten „Cal.“ Serie von Valentin Blattner entstand die Sorte aus einer Kreuzung aus Sauvignon blanc x Riesling x Resistenzpartnern. Sie vertritt die neue Generation von Piwis. Zum einen konnte durch Mehrfachkreuzungen mit unterschiedlicher Resistenzgenetik die Robustheit gegen Pilzkrankheiten nachhaltig verbessert werden. Zum anderen verleihen die "Vinifera"- Elternanteile der Sorte eine komplexe Sortenaromatik, die je nach Standort, Reife und Ausbaustil zwischen Riesling und Scheurebe angesiedelt ist. (Freytag)


Reberger
Farbe:Rot
Kreuzung:Regent x Lemberger
Herkunft:Julius Kühn-Institut, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, Siebeldingen, Deutschland

Sensorische Beschreibung
Kräftiger Rotwein mit gut eingebundenen Tanninen und feinen Fruchtaromen.Weine erinnern vom Typ vielfach an Lemberger, sind jedoch in der Regel farbintensiver.

Sortencharakteristik
Die Rebsorte ergibt kräftige und nachhaltige Weine.Die Trauben sind lockerbeerig und die Geiztriebbildung gering.

Geschichte
1986: Kreuzung 1991ff:Selektion und Prüfung in den Zuchtstufen 2000: Anmeldung zum Sortenschutz 2004: Erteilung des Sortenschutzes Anmeldung zur Sortenliste 2011: Eintragung in Sortenliste


Baron
Farbe:Rot
Kreuzung:Cabernet Sauvignon X (Merzling X (Zarya Severa X St. Laurent))
Synonyme:FR 455-83 r / 1983
Herkunft:Staatliches Weinbauinstitut Freiburg, Deutschland

Sensorische Beschreibung
fruchtig, farbintensiv, extrakt- und phenolreich

Sortencharakteristik
-Austrieb: mit Bl. Spätburgunder -Blütezeitpkt.: mit Bl. Spätburgunder -Traubenentwkl./Traubenschluss: mit Bl. Spätburgunder -Färben: kurz vor Bl. Spätburgunder -Erntereife: einige Tage vor Bl. Spätbg. -Pero.-Festigkeit: sehr gut -Oidium-Festigkeit: gut -Verrieselung: mittel -Stiellähme: gering -Traubengröße: mittel -Beerengröße/-dichte: mittel / gering -Ertragsniveau: 45 - 55 kg/a -Mostgewicht: wie Bl. Spätburgunder -Fäulnisanteil: sehr gering


Cabernet Blanc
Farbe:Weiß
Kreuzung:Cabernet Sauvignon und mehrere mehltauresistente Kreuzungspartner
Synonyme:VB 91-26-1,
Herkunft:V. Blattner, Soyhières, Schweiz
Bezugsquellen:Rebschule Freytag

Sensorische Beschreibung
In seinem Duft erinnert er an seine Kreuzungsrebe Cabernet Sauvignon. Würzig-beeriger nach Paprika, schwarze Johannis- und Stachelbeeraromen, aber auch Aromen von Zitrusfrüchten, Aprikosen und Äpfeln. Bei richtiger Reife und optimalem Terrain entwickelt er eine gute Mineralität und Säurestruktur. Cabernet Blanc ist eine pilzwiderstandsfähige Rebsorte.

Sortencharakteristik
Die Beeren sind klein und rund, besonders die kernlosen Früchte weisen einen sehr hohen Zuckergehlt und gute Extraktwerte auf. Vor der vollständigen Reife sind die Beeren dunkelgrün und wirken lange unreif. Bei Beginn der Reife Anfang Oktober färben sich die Früchte gelb.

Geschichte
Die Rebsorte "Cabernet blanc" wurde 1991 von dem Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner in der Pfalz gezüchtet und von Volker Freytag selektioniert. Nach einigen Jahren der Versuchsauswertung wurde sie 2004 von Voker Freytag zum Sortenschutz und 2010 zur Klassifizierung angemeldet.


Regent
Farbe:Rot
Kreuzung:Diana (Silvaner x Müller-Thurgau) x Chambourcin
Herkunft:Julius Kühn-Institut, Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof, Siebeldingen, Deutschland

Sensorische Beschreibung
Der Regent ist oft geprägt von deutlichen Kirsch- und Zwetschgennoten, sowie Aromen von roten Beeren, teils mit südländischer Charakteristik. Vorhandene phenolische Komponenten wirken bei jungen Weinen oft schon reif und eingebunden. Bei engenreduziertem Anbau entstehen Weine mit großer Dichte, eigener phenolisch-holziger Aromatik und mineralischen Strukturen. Er erinnert manchmal an reife Merlots oder dichte Dornfelder.

Sortencharakteristik
Bei Ertragsreduzierung gut geeignet für Barriqueausbau. Für ökologisch arbeitende Betriebe ist eine beliebte Rotweinsorte. Ein reduktiver Ausbau wird empfohlen. Die Lese sollte wegen des Ablösens der Beeren (s.o.) und eines deutlichen Säurerückgangs nicht zu spät erfolgen. Die Weine sind körperreich mit einer guten Balance von Tanninen und Aromen und erinnern oft an Rotweine südländischer Herkünfte.

Geschichte
Bereits 1967 wurde mit der Züchtung begonnen. Prof. Dr.Dr.h.c.G. Alleweldt kreuzte an der Bundesanstalt für Züchtungsforschung Geilweilerhof Diana x Ch ambourcin. Der Kreuzungspartner Diana ist eine Kreuzung aus Sylvaner x Müller-Thurgau. Champorcin ist eine komplexe französische Hybride. Die ersten Kreuzungen mussten über Jahre selektioniert und die besten Einzelstöcke Vermehrt werden. Erste Pflanzungen in den Weinbauversuchsbetrieben erfolgten ab 1985. Im Jahr 1993 wurde der Sortenschutz erteilt, zwei Jahre später erfolgt die Eintragung in die Sortenliste, 1997 die Zulassung für die Qualitätsweinproduktion.